Plantagengut Hosterwitz - Ferienwohnung und Gästezimmer in Dresden
Plantagengut Hosterwitz
Torsten Fischer
Laubegaster Straße 2
01326 Dresden Hosterwitz
Tel.: +49 (0)351 / 438 444 28
E-Mail:  buchung@plantagengut.de
Wappen Erste Erwähnung fand das Dorf Hosterwitz im Jahre 1406, es existierte bereits ein eigenes Pfarramt. 1529 weist das Steuerregister 6 Güter auf dem heutigen Grundstück aus, das größte hatte "1 1/2 Hufen". 1576 wohnten in Hosterwitz 24 Familien, in der großen Pest 1680 ging die Einwohnerzahl auf 14 Familien zurück, die Höfe verwaisten. Dies nutzen nach 1689 Johanna Elisabeth und August Zenker, kurfürstlich sächsischer Hoffurier, zu Kauf und Vereinigung der Güter zum "4 1/2 Hufengut". Jahreszahl und Wappen befinden sich noch heute auf unserem Torbogen. Zenker erreichte wegen seiner treuen Dienste die Genehmigung des mittlerweile zum polnischen König avanvierten August des Starken zum Schenken, Branntweinbrennen, Schlachten und Backen sowie Abgaben- und Grundsteuerfreiheit für sich und alle Nacheigentümer.
Unverständlicherweise werden diese Rechte heute nicht mehr anerkannt...

Ab 1707 lebten die Gutsinsassen in berühmter Nachbarschaft: August der Starke hatte das Vorwerk Pillnitz seiner Geliebten Gräfin von Cosel geschenkt - und mit deren lebenslanger (48 Jahre!) Arretierung wieder eingezogen.

Plantagengut historisch Nach verschiedenen Eigentümern erwarb der königliche Hofbildhauer Lorenzo Mattielli über einen Mittelsmann 1745 das Gut. In seiner Werkstatt hier im Gut entstanden viele bekannte Statuen, vor allem die heute noch vohandenen Figuren auf der katholischen Hofkirche zu Dresden. Durch Zukäufe vergrößerte er das Gut und war bald Eigentümer der Hälfte der Hosterwitzer Flur. Nur kurz war die Freude daran: 1748 verstarb Mattielli, die Erben verkauften das Gut für 4500 Taler. Über einen Mittelsmann war Premierminister Reichsgraf von Brühl der eigentliche Käufer. Dieser begann mit dem Tabakanbau, gründete auf dem Gut eine Tabakfabrik und trat alles schon 3 Jahre später an die Krone ab und ließ sich für den "Verlust" mit 100.000 Talern entschädigen.

Damit endete auch schon wieder der Tabakanbau, nunmehr wurde nach Brandenburger Vorbild eine Seidenraupenzucht angelegt, von der sich der in dieser Hinsicht stets bedürftige sächsische Hof große Gewinne versprach, 1764 standen 10.000 Maulbeerbäume auf dem Gutsgelände und in der Baumschule - hier findet sich nun endlich auch der überlieferte Name "Plantagengut". Die große Flur 1799 setzte der Seidenraupenzucht ein Ende, das Gut wurde in Erbpacht vom kurfürstlichen Vertrauten und Oberstallmeister Camillo Graf Marcolini übernommen. Auf diesen gehen viele heute noch sichtbare Veränderungen der Kulturlandschaft Hosterwitz zurück: die Nussallee vom Reitplatz am Eingang des Gutes bis zum Keppschloss (heute leider durch Zäune verstellt), die Alleeanlage (heute Dresdner Straße) von dort zum Pillnitzer Schloss und die Neubebauung des Gutes.

Hosterwitz historisch

Marcolini starb 1814 in Prag, sein Sohn Peter übereignete das Erbpachtrecht an Johann Christoph Herr, der 1851 das Gut vom Staatsfiskus 1 Monat vor seinem Tode vollends erwarb. 1859 wurde das Gut an den Bankier Thode, einen der frühen Direktoren der Dresdner Bank, verkauft, die die heutige Villa an der Elbe erbaute. 1864 erwarb der spanische Honorarkonsul Finke das gesamte Gelände, bis seine Kinder es im Jahre 1904 zum Bau des Wasserwerkes an die Stadt Dresden veräußerten, die die nicht mehr benötigten Wirtschaftsgebäude im Jahre 1911 abbrechen ließ. Geblieben sind das ehemalige Pferdestall- und Remisengebäude, das heute das Architekturbüro und unsere Wohnung beherbergt, und die durch einen Kriegsschaden veränderte Thodesche Villa an der Elbe, die hoffentlich nicht mehr lange ihrer kompletten Wiederherstellung harrt.